Der richtige Arbeitsabstand

Der richtige Arbeitsabstand

Die Feinabstimmung zwischen Hundeführer und Hund hat viel mit dem richtigen Arbeitsabstand zu tun. Jeder Hund hat seine optimale Distanz zwischen sich und seinem Hundeführer. Das funktioniert dann wie bei einer Feder; bewegt sich der Hundeführer auf den Hund zu, wird der Hund um die optimale Distanz wieder zu erreichen sich von dem Hundeführer fort bewegen. Dreht sich der Hundeführer vom Hund ab, wird der Hund die richtige Distanz suchen und dem Hundeführer folgen. Dieser Arbeitsabstand, den der Hund immer wieder auf die optimale Distanz hin korrigiert, muß der Hundeführer im Parcours richtig einschätzen. Macht er einen Schritt zuviel nach vorne, geht der Hund dadurch an dem Hindernis vorbei oder überquert ein falsches Hindernis.

Das richtige Timing des Hundeführers ist gerade bei einem schnellen Hund besonders schwer. Dieses Timing stellt sich erst nach einer gewissen Zeit durch kontinuierliches Training ein und sollte nicht erzwungen werden, in dem der Hund mit Gewalt langsam gemacht wird. Deshalb hat auch das Kommando "Fuß" im Agility-Parcour nichts zu suchen. Der Hund wird dadurch gezwungen seine optimale Distanz zu dem Hundeführer zu verlassen.

Ein aufmerksamer, auf den Hundeführer bezogenen Hund lässt sich im Agility-Parcours mit wenigen Kommandos führen, wenn man darauf achtet, daß der Arbeitsabstand stimmt. Die Körperbewegungen des Hundeführers sind wichtiger als großartige Handbewegungen und das ständige Rufen von Kommandos. Oftmals reicht es aus dem Hund durch das Rufen seines Namens in Verbindung mit der richtigen Körperbewegung eine schwierige Richtungsänderung anzuzeigen. Dieses Kommando (Name des Hundes) muß rechtzeitig gegeben werden, damit der Hund bereits im Sprung die Richtung ändert und auf das nächste Hindernis zusteuert. Ein Hund, der durch überheftiges Bellen im Parcours auffällt, reagiert oft auf die vielen (unnötigen) Kommandos seines Hundeführers. Da gilt dann das Motto "weniger ist oft mehr".

Wichtig ist, den Hund so über den Parcours zu führen, dass ein flüssiger Lauf (möglichst wenige abrupte Richtungsänderungen) für den Hund möglich ist und somit auch die Gelenke des Hundes geschont werden. Dazu ist es notwendig, dass der Hundeführer die eigene Laufrichtung jeweils auf die nächsten drei bis vier Hindernisse optimal ausrichtet.

Deshalb ist das gezielte und durchdachte vorherige Ablaufen des Parcours vom Hundeführer grundsätzlich erforderlich, auch wenn nur kleine Übungssequenzen trainiert werden.

 

Poppy über Stangenhürde "Ich hab das nächste Hindernis schon im Visier"

 

© Andreas Eisinger